Ranzern

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Hauptaltar der Kirche von Ranzern
Ansicht von Ranzern

Tschechischer Name: Rancířov

Fläche: 800 ha

Einwohner 1910: 256 in 56 Häusern (249 dt. Ew.), 1930: 304 in 55 Häusern (223 dt. Ew.), 2001: 136.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Dešná (Döschen)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec


Matriken: seit 1724.


Lage:

Ranzern liegt 10 km südlich von Jamnitz (Jemnice) und 16 km ostsüdöstlich von Zlabings (Slavonice) an der Bezirksstraße Piesling (Písečné)-Fratting (Vratěnín), in einem weiten Kessel in 470 m Seehöhe. Nördlich des Dorfes erhebt sich der 516 m hohe Galgenberg.


Geschichte:

Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1257 als die Pfarre zum Prämonstratenserkloster Geras kam. Es handelt sich um eine der ältesten Dorfpfarren der südmährischen Region.

Im 15. Jahrhundert gehörte das halbe Dorf dann dem Kloster Geras. 1450 wurden Robot und Abgabenpflicht in eine Geldzahlung umgewandelt. 1645 wurde Ranzern von schwedischen Truppen geplündert und gebrandschaftzt. Aus dem gleichen Jahr stammt auch ein noch erhaltenes "Waisenbuch".

Seit den 1850er Jahren war Ranzern im Verband des politischen Bezirkes Mährisch Budwitz (Moravské Budějovice). Bei der Angliederung an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938 kam das Dorf bis 1945 zum Kreis Waidhofen a.d. Thaya.

Vertreibung 1945/46: Die deutschen Einwohner von Ranzern wurden im Juni 1945 nach Österreich vertrieben.


Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Ackerbau (631 ha), Viehzucht (452 Rinder, 174 Schweine).

Gewerbe: Kleingewerbe.

Einrichtungen: Schule (1867, Vorgängerbau von 1791), zuständiges Postamt in Döschen (Dešná), Freiwillige Feuerwehr, Raiffeisenkasse.


Kulturerbe:

Pfarrkirche zur Himmelfahrt Mariä: (Pfarre 1296). 1646 niedergebrannt und 1765 als Kirche wieder aufgebaut. Einschiffiges spätgotisches Langhaus mit einer Seitenkapelle aus gleicher Zeit und einer barocken Kapelle. Gotischer netzrippengewölbter Chor um 1400 mit Fünfachtel-Schluss. Spätgotischer Orgelchor, ebenso Taufstein. HI. Josef und hl. Anna 1. Hälfte 18. Jh., sonst neugotische Einrichtung; Altarbild von Altomonte; Fresken hl. Nepomuk von Johann Nepomuk Steiner. Westturm bez. 1494 mit barockem Helm.

Karner Mitte 15. Jh. Kreuzrippengewölbe, dreiseitiger Chorabschluss.

Der Pfarrhof zeigt einen figuralen Wappenzierrahmen neben dem Tor von 1639.

Bildstock aus dem 17. Jh.


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