Pumlitz

Aus SüdmährenWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kapelle zur Hl. Dreifaltigkeit mit großem Glockenturm in Pumlitz

Tschechischer Name: Bohumilice


Fläche: 197 ha

Einwohner 1910: 355 in 60 Häusern (354 dt. Ew.), 1930: 298 in 66 Häusern (276 dt. Ew.)

heutige Gemeindezugehörigkeit: Znojmo (Znaim)

heutiger Verwaltungsbezirk: Znojmo (Znaim)


Matriken: seit 1785, davor ab 1580 bei Stift Klosterbruck.


Lage:

Pumlitz (Bohumilice) liegt auf 208 m Meereshöhe an der Thaya. Nachbarorte sind Klein Teßwitz (Dobšice u Znojma) im Norden am anderen Thayaufer und Oblas (Oblekovice) im Westen. Im Nordwesten liegt das Stadtzentrum von Znaim (Znojmo).


Geschichte:

Seit 1195 ist die Mühle bereits genannt als der Landstrich zum Stift Klosterbruck gelangte. 1348 scheint der Ort auch in einer Urkunde Kaiser Karls IV auf. 1439 bestätigte König Albrecht dem Kloster den Besitz von „Pumelitz". Im 16. Jahrhundert galt der Ort als lutherisch.

Nach der Auflösung des Klosters 1784 war Pumlitz zunächst vom Religionsfonds verwaltet worden bevor es 1827 an die Wiener Bankierfamilie Liebenberg verkauft wurde. 1845 und 1852 wurde der Ort aufgrund seiner Lage an der Thaya Opfer von Überschwemmungen.

Im 19. Jh. wurde Pumlitz Teil des Verwaltungsbezirkes Znaim (Znojmo).

Die beiden Weltkriege im 20. Jh. kosteten Pumlitz 15 bzw. 18 Einwohner. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurde Pumlitz 1939 bei Znaim (Znojmo) eingemeindet.

Vertreibung der deutschen Bevölkerung 1945/46: Nach Kriegsende und Ende der NS-Herrschaft wurden 76 Familien vertrieben. Vier von ihnen blieben in Österreich, 71 gelangten nach Deutschland und eine nach Schweden. 16 deutsche Pumlitzer konnten im Ort bleiben.


Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Anbau von Getreide (Eigenbedarf), Gemüse (Gurken, Tomaten), Hülsenfrüchten und Obst (Kirschen, Johannisbeeren, Nußbäume). Weinbau auf 12 Hektar um 1900.

Gewerbe: Mühle, Gasthaus, Bäcker (mit Greisslerei), Schmied, Schuster, Maler, Trafik.

Einrichtungen: Gemeindehaus, Bücherei, Pflasterung der Dorfstraße (1929), Armenhaus (1930), Zeughaus der Feuerwehr (1931), Elektrifizierung (1915-1920); Raiffeisenkasse (1900), Freiwillige Feuerwehr (1930), Volksschule (seit 1875, eigenes Gebäude 1878, erweitert 1908 auf zwei Klassen).


Kulturerbe:

Kapelle zur HI. Dreifaltigkeit: mit großem Glockenturm, 1934 (eingepfarrt nach Klosterbruck).


heimatkundliche Literatur:

  • Zeiner, Franz: Unsere Heimat im Spiegel der Zeit, mit Chronik des Ortes Znaim-Pumlitz, 1987.
  • Zeiner, Franz/Storn, Erich: Aus der 800-jährigen Geschichte von Pumlitz 1195-1995. 1995.


Weblinks:

europas-mitte.de/Pumlitz.pdf (Deutsch)


Genealogie:


zurück zum Ortsnamenverzeichnis deutsch, zurück zum Ortsnamenverzeichnis tschechisch