Holleschitz

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Ansicht von Holleschitz
Ansicht von Holleschitz
Ortsansicht von Holleschitz

Tschechischer Name: Holešice

Fläche: 468 ha

Einwohner 1910: 151 in 32 Häusern (145 deutsche Ew.), 1930: 186 in 32 Häusern (169 deutsche Ew.), 1961: 119.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Cizkrajov (Sitzgras)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)


Siegel: 1749 nachgewiesen. Pflugeisen umgeben von der Inschrift "DARF - HOLE - SCHITZ".

Matriken: seit 1642 bei Alt Hart (Staré Hobzí).


Lage:

Das Dorf liegt 6 km nordöstlich von [[Zlabings|Zlabings (Slavonice) und 2,5 km östlich von Sitzgras (Cizkrajov) auf einer welligen Hochfläche in 477 m Seehöhe.


Geschichte:

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1385 durch Heinrich von Neuhaus (Jindřichův Hradec). Das Dorf wurde in den Hussitenkriegen verwüstet. 1495 forderte eine Pestepidemie viele Opfer aus dem Ort. Ab 1569 war Holleschitz Bestandteil der Herrschaft Teltsch (Telč). Um 1645 wurde Holleschitz von schwedischen Truppen besetzt.

1771 erfolgte die Nummerierung der Häuser in Holleschitz. Demnach bestanden zu dieser Zeit 27 Häuser. 1831 wurden viele Einwohner Opfer von Ruhr und Cholera.

Holleschitz gehörte zur Pfarre Alt Hart (Staré Hobzí), ausgenommen waren einige Häuser auf der Sitzgraser Seite. Diese Zuteilung zu einem fremden Pfarrgebiet stützt sich rechtlich auf ein Abkommen, demzufolge der Altharter Pfarrer die Stollgebühren und Zehentabgaben von diesen Häusern der Sitzgraser Geistlichkeit gegen die Verpflichtung überließ, die Seelsorgefunktion im ganzen Dorf zu übernehmen falls er selbst daran wegen einer Überschwemmung durch die Thaya verhindert wäre.

Nach Bildung von politischen Gemeindebezirken in der Mitte des 19. Jh. gehörte Holleschitz bis 1938 zum Bezirk Datschitz (Dačice). Im nationalsozialistischen Deutschen Reich von 1938 bis 1945 war der Ort an den Landkreis Waidhofen a.d. Thaya im "Reichsgau Niederdonau" angegliedert.

Vertreibung 1945/46: Nach dem Kriegsende kam es zu Übergriffen durch tschechische "Revolutionsgardisten" in Holleschitz. Zwei in einem Wald versteckte Wehrmachtssoldaten wurden erschossen. Der halbe Ort wurde für die Einrichtung eines Flüchtlingslagers und eines Kriegsgefangenenlagers geräumt. Am 7. Juni 1945 wurden die deutschen Einwohner von Holleschitz unter Bewachung über die Grenze nach Österreich vertrieben. Eine der beiden zuvor genommenen Geiseln erlag später ihren Verletzungen durch Misshandlung.


Wirtschaft und Infrastruktur:

Landwirtschaft: Anbau von Getreide und Hackfrüchten, Viehwirtschaft (ca. 340 Rinder um 1900), Waldarbeit.

Gewerbe: Gemischtwarenhandlung (Greißler), Schmied, Maurer, Schuhmacher.

Schulbesuch in Sitzgras (Cizkrajov).


Kulturerbe:

Kapelle hl. Johannes von Nepomuk: 1896 anstelle eines Vorgängerbaus, mit Holztürmchen an der Stirnseite, Glocke mit zwei Bildern, "Maria mit dem Jesuskind" und "Kreuz".

Kapelle Mariä Heimsuchung: im Ortsteil Neuhof.


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