Grambach

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Tschechischer Name: Potočná, bis 1948 Krampachy

Fläche: 392 ha

Einwohner 1910: 263 in 44 Häusern (alle deutsch), 1930: 208 in 46 Häusern (200 deutsch), 2001: 28.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Číměř (Schamers)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)


Matriken: seit 1664 bei Neubistritz (Nová Bystřice)


Lage:

Grambach liegt 3 km nördlich von Nová Bystřice (Neubistritz). Grambach wurde als Straßendorf angelegt.


Geschichte:

Aus 1364 liegt die älteste urkundliche Erwähnung als "Crampach" vor. Grambach war zur Herrschaft Neuhaus (Jindřichův Hradec) gehörend. 1369 wurde der Ort mit Pfarre erwähnt. Das Patronat lag bei den Zisterziensern von Hohenfurt. Seit 1790 blieb die Namensschreibung "Grambach" gleich. Der Ort liegt am gleichnamigen Fluss.

Vertreibung 1945/46: Am 28. Mai mussten die deutschen Einwohner bis auf 17 Familien, die sich um das Vieh kümmern sollten, innerhalb von zwei Stunden den Ort nur mit Handgepäck verlassen. Von den nach Österreich vertriebenen und geflüchteten Familien blieben neun in Österreich, 49 hingegen wurden weiter nach Deutschland transferiert und landeten in Bayern und Baden-Württemberg. Insgesamt wurden 194 Personen aus Grambach vertrieben.


Wirtschaft und Infrastrukur:

Landwirtschaft: Die Einwohner waren in erster Linie Kleinhäusler (kleine Bauern die einem Nebenerwerb nachgingen). Nur zehn Großbauern die auschließlich von Landwirtschaft und Viehzucht lebten, gab es im Ort.

Gewerbe: Mühle, Tuchwalke, Sägewerk, zwei Gasthäuser, drei Steinmetze, Schneider und Maurer.

Einrichtungen: einklassige Schule (1906 zweiklassig), zuständiges Postamt in Neubistritz (Nová Bystřice).


Kulturerbe:

Kapelle St. Michael: geweiht 1852. Altarbild von Johann Josef Neumann; große Glocke von Perner 1859, kleinere von J. V. Perner aus 1808.


Literatur:

Hirsch, Jakob: Grambach im Kreis Neubistritz, 1967.


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